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| Mit der Orgel auf die Autobahn.... |
...Zu diesem (vielleicht)* einmaligen Ereignis im Rahmen der Kulturhauptstadt Europas * (das "vielleicht" habe ich in Klammern gesetzt, weil nach dem überwältigenden Erfolg der Veranstaltung schon laut über eine Wiederholung nachgedacht wurde)
Am 18. Juli 2010 war ich mit der Drehorgel von 10 - 17 Uhr auf der 'Tisch-Spur' von Dortmund in Richtung Duisburg unterwegs und habe es geschafft, alle Dortmunder Autobahn-Abfahrten zu passieren.
Auf der Strecke von der Märkischen Straße in Dortmund (östlicher Startpunkt der Veranstaltung) bis zur Anschlußstelle Provinzialstraße ( Lütgendortmund) habe ich auf 11,2 Kilometern nicht nur viele tausend gutgelaunter und netter Menschen gesehen, sondern auch gleich vier Orgel-Kollegen getroffen, die mit ihren Leierkästen jeweils an einem Tisch/Stand waren, um dort auch für Stimmung zu sorgen.
Im einzelnen lassen sich die vielen Eindrücke und Erlebnisse nur schwer wiedergeben, aber es war ein Absolut besonderer Tag!! Ralf brachte mich mit meinem "Leierkasten-Mobil" nach Dortmund, zur Märkischen Straße, wo ich dann pünktlich zur Freigabe der Strecke für den Fußgänger-Verkehr um 10 Uhr starten konnte. Die Veranstalter hatten mit ca. einer Million Menschen als Füßgänger, Radfahrer, Inliner, etc. gerechnet. - nicht nur auf Grund des guten Wetters, waren aber dann letztendlich über 3 Millionen Menschen auf der "Hauptschlagader des Reviers" unterwegs. Der Andrang war zeitweise so groß, das im Radio von der Sperrung einzelner Autobahn-Auffahrten berichtet wurde. Hubschrauber von Presse und Organisatoren kreisten über der Fahrbahn und an den in der Nacht aufgestellten Tischen auf der Fahrspur in Richtung Duisburg stellte sich das Ruhrgebiet auf eine ganz besondere Art und Weise dar. Vereine, Familien, Firmen, Verbände, Chöre und Kapellen oder einfach Freundeskreise , Nachbarn, Religionsgemeinschaften,und vieles mehr.
Von einigen Begegnungen möchte ich aber doch berichten:
- Ein kurzes Stück des Weges begleitete mich ein "Barde" mit seiner Gitarre. Zur Freude der Passanten spielten und sangen wir gemeinsam "Mariechen" und "Sabinchen" als ungeprobte- einmalige Premiere. Einige sangen spontan mit, was die Stimmung noch erheblich verbesserte.
- im Bereich der Dortmunder Innenstadt ist der Mittelstreifen noch mit alten, großen Bäumen bepflanzt. Es war richtig angenehm, im Schatten dieser "Ruhrpott-Allee" zu laufen und zu musizieren. Mehere TV-Teams haben mich gefilmt und auch befragt - vor Freude und Aufregung vergaß ich nach dem Sender zu fragen, um mich dann am Abend vielleicht im Fernsehen bewundern zu können...
- Und im Radio war ich auch !! - Meinen Internet-Radio-Sender www.radio.donius.de habe ich angerufen und war "live" zu hören... Radio-Chef Andreas "Donius" gab mir gern die Möglichkeit, alle Hörer von der Autobahn zu grüßen...
- Vor einem Tisch war ein kleiner Gartenzaun mit Kunstrasen und Zwergen aufgestellt. Das Schlid am Zaun "BETRETEN VERBOTEN!" wurde von einer Gruppe Jugendlicher mit Sprechchören "Wir woll'n hier rein...." kommentiert, was ihnen eine Einladung an den Tich einbrachte....
- Einen Tisch hatte auch der Square- and Round-Dance Club Belles & Beaux Dortmund e.V. besetzt.  Suare-Dance auf der Autobahn!!! Da ich selbst auch Square-Dancer bin, habe ich spontan vorgeschlagen, ein mal zum Leierkasten zu tanzen. u Glenn Millers "In the Mood" und zu "Rock arround the Clock" tanzten 4 Paare (ein Square) - wieder mal spontan und ungeprobt....
- An vielen Tischen wurden auch Geburtstage gefeiert. also war "Happy Birthday" das einzige Musikstück, das ich mehr als ein mal gespielt habe...
- Auf der Schnettger-Brücke (leider immer noch Baustelle durch den schrittweisen Brücken-Neubau) traf ich dann auf ein Brautpaar, dem ich selbstverständlich einen standesgemäßen Brautmarsch (Lohengrin)spielte. Dafür wurde ich mit einer Dose Prosecco belohnt (Flaschen waren aus Sicherheits- und Umweltschutz-gründen nicht zugelassen)
- JA, die Schnettger-Brücke.... Sonst ärgert man sich immer, wenn man Dortmund durchqueeren muss und dort im Stau steht.... Am 18. Juli haben sich tausende von Besuchern wie kleine Kinder gefreut, als es hieß: "Fahrrad- und Fußgänger-STAU" auf der Schnettger-Brücke!!
- fragt mich also jemand, warum ich nicht eine weitere Strecke auf der Autobahn zurückgelegt habe, dann kann ich ohne zu flunkern sagen: "Sorry, ich steckte mal wieder im Stau"
- Als ich um fast genau 17 Uhr an der Tankstelle Lüttgendortmund ankam, hatte ich noch 300 Meter bis zur nächsten Abfahrt.... Auf Grund netter und angeregter Gespräche habe ich für diese Strecke dann auch noch fast 1/2 Stunde gebraucht. Dort hat mich Ralf dann wieder abgeholt, denn ich war nicht daran interessiert, die 11,2 km auch noch zurück (über die Umleitungen) zu laufen...
- Ein geübter Drehorgler hat auch nach 7 Stunden noch keinen Orgel- oder Tennis-Arm und Dank des richtigen Schuhwerks habe ich mir auch keine Blasen gelaufen. Aber auf dem Handrücken meiner Kurbel-Hand hatte ich nun einen Sonnenbrand!
- In meinen persönlichen Erinnerungen ist der 18. Juli 2010 nun vermerkt, als das längste Drehorgelkonzert in Robby's Leierkasten-Laufbahn...
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#1 |
am 30. Juli 2010 09:47
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